Margot Braun
Margot Braun wird am 7. März 1929 in Kassel geboren.
Sie lebt mit ihren Eltern Jenny und Georg zuletzt in der Güterstraße 5.
Die Familie zieht im September 1936 von Kassel nach Pforzheim. Margots Mutter hat in Pforzheim Verwandte: ihre Geschwister Martha Braun (geb. Holzer), Erich und Richard Holzer sowie ihre Eltern, Moritz und Hermine Holzer.
Margot muss die sogenannte „Jüdische Abteilung“ an der Osterfeldschule (damals Hindenburgschule) besuchen. Aufgrund der nationalsozialistischen Verfolgungsmaßnahmen ist sie nach Schließung der „Abteilung“ vom Unterricht ausgeschlossen.
Da Margot und ihre Eltern ungarische Staatsbürger sind und ihre Aufenthaltsgenehmigung nicht verlängert wird, werden sie im Februar 1941 nach Ungarn abgeschoben.
Dort angekommen, muss sie wieder die Volksschule besuchen und versuchen, die ungarische Sprache zu lernen. Da sie bei ihrer Ankunft kein Wort ungarisch spricht, versucht sie, durch zusätzlichen Hausunterricht die verlorenen Jahre aufzuholen. Sie selbst verdient sich durch die Betreuung von Kindern und sonstigen Aushilfstätigkeiten ihren Lebensunterhalt. Ein Studium oder eine reguläre Ausbildung kann sie aufgrund ihres fehlenden Schulabschlusses nicht absolvieren.
Ihr Vater Georg wird am 9. November 1944 nach Buchenwald deportiert. Er überlebt die Verfolgung nicht und stirbt dort am 3. Januar 1945.
Nach dem Krieg wandert Margot gemeinsam mit ihrer Mutter im Jahr 1948 von Budapest in die USA aus. Der Neuanfang in einem fremden Land fällt schwer. Margot erlernt mit der Zeit die englische Sprache und arbeitet in verschiedenen Berufen.
Sie heiratet und gründet eine Familie. Margot lebt bis ins hohe Alter in New York.
Sie stirbt am 20. Oktober 2019.
Margot bei einer Purim-Feier im Café Simon 1937