Max Rödelsheimer
Max Rödelsheimer wird am 1. November 1884 in Baisingen geboren.
Spätestens ab 1901 arbeitet er in Pforzheim als Fotograf und führt ein Atelier am Schlossberg 11.

Er heiratet 1909 Sara Pappenheimer. Am 2. Juni 1910 wird Tochter Olga geboren. Diese besucht später die Hildaschule.
Auch Max Rödelsheimer ist von den antisemitischen Maßnahmen der Nationalsozialisten betroffen. Im Zuge des „Boykottsamstags“ gegen Geschäfte jüdischer Inhaber am 1. April 1933 ereignet sich vor seinem Atelier am Schlossberg eine Geschichte, die von David Krämer später berichtet wird:
„Bei einem jüdischen Photographen… war auch ein junger SA-Mann als Posten abgestellt. Dieser Photograph war […] nicht gewillt, die Dinge tatenlos hinzunehmen. Angetan mit seinen Kriegsorden setzte er sich in das Schaufenster und lockte eine große Menschenmenge an. Im Schutz der Menge fanden nun einige den Mut zu sagen: ‚Da steht so ein Rotzjunge von SA-Mann, der allenfalls die Windeln naßmachen konnte, als dieser Mann im Felde war und sich seine Orden verdiente’… Die Situation verschärfte sich, als hinzukommende SA-Leute drohten, alles kurz und klein zu schlagen, wenn dieser Mann nicht seinen selbstgewählten Sitzplatz verließe. Der bedrohte Photograph verließ zwar den Platz hinter dem Schaufenster, gab sich aber noch nicht geschlagen. Nach einer Weile kehrte er zurück und befestigte an der Innenseite des Fensters eine bunte Postkarte, auf der Kinder verschiedener Menschenrassen abgebildet waren, Reigen tanzend. Darunter stand: ‚Wir sind alle Kinder eines Gottes’. Die Kleinheit der Karte verursachte ein Gedränge zum Fenster; jeder wollte das Bild genau betrachten.Bild und Text wurden von allen spontan verstanden. Der Photograph hatte mit seinem anschaulichen Appell an die Brüderlichkeit einen kleinen Sieg errungen.“

1939/1940 muss Max Rödelsheimer in das ghettoisierte Haus in der Erbprinzenstraße 20 umziehen.
Am 22. Oktober 1940 wird er in das Lager Gurs verschleppt, 1942 wird er weiter in das KZ Auschwitz deportiert.
Max Rödelsheimer überlebt die Verfolgung nicht.
Tochter Olga war bereits 1933 nach Großbritannien geflohen. Sie lebt dort bis ins hohe Alter.
Autoren: „Geschichte aktiv“ Hilda-Gymnasium