Eleonore Peritz
Eleonore Peritz wird am 25. Februar 1908 in Pforzheim geboren.
Sie lebt mit ihren Eltern Recha und David sowie den Schwestern Margarete und Liese in Pforzheim.
Ihre Schwestern Liese und Margarete sind Schülerinnen der Hildaschule.
Wie viele andere jüdische Familien sind auch sie betroffen von der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938. Eleonore schreibt 1988 rückblickend: „Ich war eine Angestellte [. . .] im Schuhwarenhaus ‚Speier AG‘ am Leopoldplatz. [. . .] Die Fenster waren alle zerstört, die Schuhe alle auf der Straße, ich als die einzige jüdische Angestellte wurde herausgeholt, umgeben von Hunderten von Leuten, die Polizei im Vordergrund – ich mußte die Schuhe säubern und alle Schuhe wieder hineinwerfen.“


SCHUHHAUS SPEIER AM LEOPOLDPLATZ, RECHTS: INNENRAUM MIT ANGESTELLTEN
Weiter berichtete sie, dass ihre Schwester Liese von ihrem Vorgesetzten Herrn H. an diesem Tag nach Hause gebracht wurde. Ihm wurde anschließend gedroht: „Nochmals diese Heimfahrt, dann verhaften wir Sie.“
Eleonore kann mit ihrer Schwester Liese 1939 nach Großbritannien fliehen. Die Eltern David und Recha werden am 22. Oktober 1940 zuerst in das Lager Gurs verschleppt, 1942 weiter nach Auschwitz deportiert. Auch Schwester Margarete wird von Berlin aus mit ihrem Ehemann Herbert 1943 nach Auschwitz deportiert.
Recha, David, Margarete und Herbert überleben die Verfolgung nicht.
Eleonore und ihre Schwester Liese leben nach dem Krieg in Großbritannien. Sie verstirbt im Jahr 2001.


ELEONORE, LIESE & MARGARETE • RECHTS: MARGARETE & ELEONORE
SEDERFEIER IM GEMEINDEHAUS 1934 (FÜR INFOS AUF PERSON TIPPEN)
SYNAGOGENCHOR 1937 (FÜR INFOS AUF PERSON TIPPEN)