Schuhhaus „Edox“
Das Schuhhaus „Edox“ des Inhabers Heinrich Schauer wird, wie auch das Schuhhaus Schauer in der Zerrennerstraße 8, am Morgen des 10. November 1938 verwüstet.
Über die Zerstörung des Schuhhauses Schauer berichtet die Mitarbeiterin Helene Kleinheins: „Gegen 9.00 Uhr oder 9:30 Uhr etwa wurden plötzlich die Schaufensterscheiben und auch die Scheibe der Eingangstür mit Steinen eingeworfen. Es waren insgesamt 5 große Schaufenster und 2 Schauvitrinen am Eingang. Ich selbst befand mich gerade an der Eingangstür und ich bekam die ganzen Scherben in den Rücken, allerdings ohne verletzt zu werden. Als dann sogar Steine durch die bereits zerstörten Schaufenster flogen und auch noch Spiegel im Ladeninnern zertrümmert wurden und der Krach immer stärker wurde, verließen wir alle das Geschäft nach rückwärts und hielten uns teils im Keller und teils im Treppenhaus auf. Der Krach dauerte den ganzen Vormittag an und es wurde am schlimmsten, als gegen 12.00 Uhr die Schüler aus der Schule kamen. Die Kinder waren entsprechend aufgehetzt worden und die Zerstörungsarbeit begann von neuem bis gegen 13.00 Uhr. Als ich und meine Arbeitskolleginnen wieder den Laden betraten, war nichts mehr ganz. Der gesamte sehr große Vorrat an Schuhen war aus den Regalen herausgerissen und es sah wüst im Ladeninnern aus.“
Der Inhaber des Geschäfts, Heinrich Schauer, wird am selben Morgen verhaftet und in das KZ Dachau verschleppt. Nach seiner Entlassung gelingt es ihm, gemeinsam mit seiner Familie in die USA zu fliehen.