Karl Otto Bührer ist am 3. Juni 1901 in Pforzheim geboren. Seine Frau und er haben einen Sohn. Er ist ab 1927 Hauptlehrer in Pforzheim, Mitglied der SPD, des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold und Leiter des Verbundes der Arbeitersportvereine mit über 3000 Mitgliedern. 

1931 tritt er in die Sozialistische Arbeiter-Partei (SAP) ein, die ein Bündnis der Arbeiterparteien und Gewerkschaften gegen den drohenden Faschismus anstrebt. Ab 1933 arbeitet Bührer als führender Kopf der SAP trotz Verbot weiter: Flugblätter warnen vor der „Erweiterung des Lebensraums nach Osten“ (A. Hitler in „Mein Kampf“), was „soviel wie Krieg bedeutet“. Spendensammlungen helfen Verfolgten und ihren Familien, Fluchthilfestationen in Pforzheim und Schwann bei Pfarrer Friedrich Honecker – siehe dort – retten Bedrohte.

1935 wird Karl Bührer verhaftet, doch die Beweise gegen ihn reichen nicht zu einer Verurteilung. Im Herbst 1937 wird er nach Dietenhausen versetzt. 1938 wird er erneut verhaftet und zusammen mit 15 anderen SAP-Leuten, darunter Hans Brammer und Karl Schroth – siehe jeweils dort, 1939 vor Gericht gezerrt. Vom Volksgerichtshof erhält er am 9.6.1939 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zehn Jahre Zuchthaus. Er ist zuerst wie Otto Habmann und Walter Purkl von der SAP Pforzheim und Wilhelm Künzler (KPD) – siehe jeweils dort – aus Singen im Zuchthaus Ludwigsburg inhaftiert, dann wie Hans Brammer – siehe dort – im Zuchthaus Brandenburg/Havel, wo er unter unbekannten Umständen am 27. Dezember 1942 stirbt.

In Pforzheim erinnern die Karl-Bührer-Straße beim Hauptfriedhof und eine Gedenkplatte beim Denkmal für die Opfer des Nazi-Regimes auf dem Hauptfriedhof an ihn.


Autoren: Brigitte und Gerhard Brändle

Quelle: USC Shoah Foundation

Unser Ziel ist es, Geschichte lebendig werden zu lassen. Es gilt, die Schicksale der Verfolgten in die Gegenwart zu holen. Darum sind uns eine gute Lesbarkeit und eine übersichtliche Gliederung wichtig. Der Schriftmix und die kurzen Absätze sollen zum Lesen anregen.

Als Grundfarbe wurde ein dunkles Violett gewählt; seine Gegenfarbe ist ein helles Minzgrün, das wir zur Hervorhebung bestimmter Elemente verwenden. Wer genau hinschaut, wird bemerken, dass sich die Hintergrundfarbe von Kapitel zu Kapitel langsam verändert: Das Purpur wandelt sich zu einem dunklen Braun.

Mit den Bildquellen gingen wir sorgsam um. Die Fotografien wurden behutsam retuschiert, optimiert und in das Farbkonzept eingebettet. So leuchten uns die alten Aufnahmen wieder kontrastreich und frisch entgegen.

FLORIAN ADLER

Bild Eugenie Bensinger: Interview Ida Simon: © 2023 USC Shoah Foundation, Los Angeles, CA, bearbeitet.

Postkarte in: Brändle, B. u. G., Jüdische Kinder im Lager Gurs. Gerettete und ihre Retter*innen, Karlsruhe 2020, S. 176, bearbeitet.

Bild: Straus Historical Society New York, bearbeitet.