Leopold Blum (geb. am 5. Juli 1882 in Marburg) ist Inhaber des Konfektionshauses „Globus“. Er wird am 10. November in das Lager Dachau verschleppt und am 29. Dezember entlassen. Leopold flüchtet 1940 mit seiner Frau Lina und Tochter Elfriede nach Argentinien. Er stirbt 1976 in Buenos Aires.
Leopold Blum auf einem Gruppenfoto im Hof der Synagoge
Salomon Bensinger (geb. am 4. August 1886 in Bodersweier) führt mit seinem Bruder Jakob eine Eisengroßhandlung. Er wird am 10. November in das Lager Dachau verschleppt und am 2. Dezember entlassen. Er kann im Juni 1939 von Cuxhaven aus nach Bolivien fliehen. Er stirbt in La Paz im Jahr 1976.
Salomon auf einem Gruppenfoto im Hof der Synagoge
Jakob Bensinger (geb. am 4. Oktober 1881 in Bodersweier) führt mit seinem Bruder Salomon eine Eisengroßhandlung. Er wird im November 1938 in einer Pension in Stuttgart verhaftet und vom 15. November bis zum 12. Dezember im Lager Dachau interniert. Er kann im Juni 1939 von Cuxhaven aus nach Bolivien fliehen. Er stirbt in La Paz im Jahr 1957.
Jakob Bensinger auf einem Bild im Jahr 1935
In der Erbprinzenstraße 104 lebten mehrere Personen (siehe unten). Nach ihrer Verschleppung werden am 9. Dezember 1940 ihre Wohnungseinrichtungen versteigert. Die Versteigerung wird zuvor in der Pforzheimer Rundschau angekündigt:


Wilhelm Bloch wird 1942 weiter nach Nexon deportiert und stirbt dort 1943. Mina Bloch (geb. Prager) wird 1941 nach Récébédou deportiert, später weiter nach Nexon und Masseube. Sie überlebt jedoch. Sie stirbt 1952 in Pforzheim.
Emma Gabriel stirbt am 12. April 1945 in Lombez (Hospiz) in Frankreich.
Hirsch Goldberg wird 1942 weiter in das KZ Auschwitz deportiert und ermordet.
Elise Maier (geb. Gabriel) wird gerettet und emigriert nach dem Krieg nach Argentinien.
Josef Spitz stirbt am 22. Dezember 1940 im Lager Gurs.
Josef Strimpel gelingt 1943 die Flucht in die USA. Lina Strimpel (geb. Hirsch) stirbt 1945 in Ecully (Ardèche). Otto Strimpel wird 1942 weiter in das KZ Auschwitz deportiert und ermordet.
In der St. Georgenstraße 21 lebten Wilhelm Rosenberg sowie Adolf, Julie und Gertrud Weil. Nach ihrer Verschleppung nach werden am 20. Dezember 1940 ihre Wohnungseinrichtungen versteigert. Die Versteigerung wird zuvor in der Pforzheimer Rundschau angekündigt:


Gertrud Weil wird 1942 von Drancy in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Adolf und Julie Weil werden 1944 ebenso weiter nach Auschwitz deportiert. Sie überleben die Verfolgung nicht.
Dr. Wilhelm Rosenberg kann gerettet werden und lebt später wieder in Pforzheim. Er stirbt 1960.
In der Güterstraße 8 lebten Lillis Nachbarn Recha und David Peritz. Sie werden am 22. Oktober 1940 zuerst in das Lager Gurs verschleppt, 1942 weiter nach Auschwitz deportiert. Beide überleben die Verfolgung nicht.
Ihre Töchter Liese und Eleonore können sich 1938 nach Großbritannien retten. Die älteste Tochter Margarete wird mit ihrem Mann Herbert 1943 nach Auschwitz deportiert und ermordet.

In der Stiftstraße 2 lebten Oskar und Alice Emsheimer sowie Sigmund und Berta Metzger. Nach ihrer Verschleppung werden am 10. Dezember 1940 ihre Wohnungseinrichtungen versteigert. Die Versteigerung wird zuvor in der Pforzheimer Rundschau angekündigt:


Oskar Emsheimer wird später weiter nach Récébédou deportiert und stirbt dort am 7. September 1941. Alice Emsheimer wird 1944 weiter in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert und überlebt die Verfolgung nicht.
Sigmund Metzger im Lager Gurs am 25. Dezember 1940. Seine Frau Berta kann 1941 gerettet werden und in die USA gelangen. Sie stirbt dort 1946.
In der Zerrennerstraße 33 lebte Max Weisshaar. Nach seiner Verschleppung wird am 10. Dezember 1940 seine Wohnungseinrichtung versteigert. Die Versteigerung wird zuvor in der Pforzheimer Rundschau angekündigt:


Max Weisshaar wird 1943 zunächst in das Sammellager Drancy deportiert und weiter in das Konzentrationslager Auschwitz. Er überlebt die Verfolgung nicht.
In der Zerrennerstraße 28 lebten Albert, Felice, Lore und Martin Eckstein.


Nach ihrer Verschleppung wird am 18. Dezember 1940 ihre Wohnungseinrichtung versteigert. Die Versteigerung wird zuvor in der Pforzheimer Rundschau angekündigt:


Mitarbeiterinnen der Quäker bringen Martin und weitere 47 Kinder im Februar 1941 aus dem Lager Gurs in das Waisenhaus in Aspet. Anfang Februar 1943 begleitet Alice Resch, eine Mitarbeiterin der Quäker, ihn an die Grenze zur Schweiz. Der Grenzübertritt gelingt am 4. Februar 1943.
Die Nazis deportieren die Schwester im Juni 1942 „in den Osten“, sie ist seitdem verschollen. Die Eltern sind in dem Todeszug, der am 10. August 1942 von Drancy Richtung Auschwitz fährt.
In der Westlichen Karl-Friedrich-Straße 1 lebten Otto und Emmi Günzburger. Sie führten das Geschäft Krüger und Wolff am Marktplatz.

Nach ihrer Verschleppung wird am 30. und am 31. Dezember 1940 ihre Wohnungseinrichtung versteigert. Die Versteigerung wird zuvor in der Pforzheimer Rundschau angekündigt:


Otto stirbt 1942 in Lyon (Frankreich), seine Frau Emmy wird gerettet. Auch Sohn Hans überlebt und gelangt wie die Mutter in die USA.
Tochter Margarete kann mit ihrem Ehemann Werner im Jahr 1939 zunächst nach Großbritannien fliehen, später weiter in die USA.
In der Lameystraße 36 lebten Max und Marie Loeb. Nach ihrer Verschleppung wird am 10. und 11. Dezember 1940 ihre Wohnungseinrichtung versteigert. Die Versteigerung wird zuvor in der Pforzheimer Rundschau angekündigt:


Max und Marie Loeb konnten aus dem Lager Gurs gelangen und in die USA fliehen.
In der Kasper-Glaser-Straße 2 lebten die Familien von Adolf Maier, Moses Maier sowie Jakob Reutlinger. Nach ihrer Verschleppung werden am 9. und 10. Dezember 1940 ihre Wohnungseinrichtungen versteigert. Die Versteigerung wird zuvor in der Pforzheimer Rundschau angekündigt:


Adolf und Rosa Maier, Moses Maier und Ehefrau Klara sowie Tochter Litin, Jakob und Recha Reutlinger mit Tochter Ilse werden alle in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert und ermordet.
Tochter Rosa Reutlinger wurde bereits 1939 mit einem Kindertransport nach Großbritannien gebracht und gerettet.