Das Konfektionshaus Globus wird am 10. November 1938 verwüstet. Der Inhaber Leopold Blum wird am selben Tag für 18 Tage im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Sein Geschäft muss er im August 1939 schließen. Leopold kann mit seiner Frau Lina sowie seiner jüngsten Tochter Elfriede 1940 mit dem Dampfer „Oceania“ von Genua aus das Land Richtung Buenos Aires verlassen.
Er stirbt im Jahr 1967.

Das Geschäft „Tabakwaren Fischer“ in der Östlichen-Karl-Friedrich-Straße 18 wird am 10.November 1938 verwüstet. Der Inhaber Salomon Fischer wurde bereits am 28. Oktober 1938 über Polen abgeschoben. Er überlebte nicht. Seine Frau Rebecca konnte 1939 in die US fliehen. Der Sohn Bruno kann 1939 nach Kolumbien fliehen und lebt später in den USA.
Quelle: Brändle, G./Hary, S.: „…als ob wir Feinde wären“, S. 112f.
Das Metallschmelzwerk Adler am Güterbahnhof 9 wurde am Abend des 9. November 1938 von seinem Inhaber Martin Rothschild gezwungenermaßen an die Allgemeine Gold- und Silberscheideanstalt Pforzheim verkauft. Die Geschäftsräume wurden trotzdem am 10. November demoliert. Martin Rothschild musste für die Kosten aufkommen. Er wurde in das KZ Dachau deportiert. Nach seiner Entlassung konnte er über Frankreich in die USA fliehen. Er stirbt 1956 in Chicago.
Quellen: Becht, H.-P.: „Führer befiehl“, S. 263; Brändle, G.: Jüdische Gotteshäuser, Pforzheim 1990.
Werner Weyl (geb. am 10. November 1907 in Bocholt) wird in Düsseldorf verhaftet, da gerade mit seiner Frau Margarete seine Eltern besucht. Er wird von dort aus nach Dachau verschleppt und vom 17. November bis 19. Dezember dort interniert. Er flüchtet 1939 mit seiner Frau in die USA.


Bild links: Sammlung Kurt Schwab, bearbeitet; Bild rechts: Brändle, G.: Jüdische Gotteshäuser, Pforzheim 1990, S. 88, bearbeitet.
Emil Tuteur (*19. Oktober 1890 in Winnweiler (Pfalz)) arbeitet als Kaufmann.
Er wird am 10. November in das Lager Dachau verschleppt und am 10. Dezember entlassen. Im Juli 1939 flüchtet er über Großbritannien in die USA.
Er stirbt 1971 in Cleveland (Ohio).
Rudolf Seefeld (geb. am 19. Oktober 1907 in Berlin) arbeitet als Buchhändler. Er wird am 10. November in das Lager Dachau verschleppt und am 5. Dezember entlassen.
1940 wird er in das Lager Gurs verschleppt, 1942 weiter in das Konzentrationslager Auschwitz. Er überlebt die Verfolgung nicht.
Paul Schlesinger (geb. am 10. Juni 1903 in Pforzheim) arbeitet als Kaufmann im Schmuckhandel. Er wird am 10. November in das Lager Dachau verschleppt und am 13. Dezember entlassen. Am 20. November 1941 wird er von München nach Kowno deportiert.
Er überlebt die Verfolgung nicht.
Moritz Schauer (geb. am 12. Juni 1908 in Pforzheim) wird am 10. November in das Lager Dachau verschleppt und am 8. Dezember entlassen.
Er flüchtet mit seiner Familie 1939 in die USA.

Heinrich Schauer (geb. am 30. November 1884 in Kolomea (Polen)) besitzt in Pforzheim zwei Schuhgeschäfte. Er wird am 10. November in das Lager Dachau verschleppt und am 5. Dezember entlassen. Er flüchtet mit seiner Familie 1939 in die USA.

Martin Rothschild (geb. am 15. Mai 1895 in Nordstetten) ist Mitinhaber der Firma Maier-Adler. Er wird am 10. November in das Lager Dachau verschleppt und am 7. Dezember entlassen. 1939 flüchtet er über Frankreich in die USA.
Martin Rothschild stirbt 1956 in Chicago.
Nathan Roos (geb. am 12. Juni 1887 in Lichtenau i. B.) ist ein Pforzheimer Arzt. In der Nacht vom 9. auf den 10. November wird er brutal zusammengeschlagen. Er wird am 10. November in das Lager Dachau verschleppt und am 29. November entlassen. 1939 gelingt ihm und seiner Familie die Flucht über Frankreich in die USA.
Nathan Roos stirbt 1960 in New York.

Berthold Moch (geb. 13. März 1903 in Schmieheim) wird am 10. November 1938 in das Lager Dachau verschleppt und am 29. November entlassen. Er flieht noch im selben Jahr.
Sein weiteres Schicksal ist nicht bekannt.