Regina Bensinger wird am 18. April 1891 in Rülzheim als Regina Feibelmann geboren.
Sie hat insgesamt sieben Geschwister. Regina lebt mit ihrem Mann Jakob in der Hermann-Göring-Allee 7 (heute: Heinrich-Wieland-Allee).
Die antisemitische Politik der Nationalsozialisten setzt auch ihre Familie zunehmend unter Druck.
Im November 1938 wird ihr Mann in einer Pension in Stuttgart verhaftet und in das KZ Dachau deportiert. Nach seiner Entlassung gelingt es ihm, gemeinsam mit der Familie seines Bruders eine Fluchtmöglichkeit nach Bolivien zu organisieren. Über Cuxhaven gelangen sie am 17. Juni 1939 nach Bolivien.
Sie versuchen sich dort ein neues Leben aufzubauen.
Ihr Mann Jakob stirbt in La Paz am 7. März 1957. Regina lebt dort bis zu ihrem Tod am 10. November 1980.
Autoren: „Geschichte aktiv“ Hilda-Gymnasium
Jakob Bensinger wird am 4. Oktober 1881 in Bodersweier geboren.
Er ist Veteran des Ersten Weltkrieges und lebt mit seiner Frau Regina in der Hermann-Göring-Allee 7 (heute: Heinrich-Wieland-Allee). Gemeinsam mit seinem Bruder Salomon führt er eine Eisengroßhandlung in der Güterstraße.
Die antisemitische Politik der Nationalsozialisten setzt auch seine Familie zunehmend unter Druck.
Im November 1938 wird er in einer Pension in Stuttgart verhaftet und in das KZ Dachau deportiert. Nach seiner Entlassung gelingt es ihm, gemeinsam mit der Familie seines Bruders eine Fluchtmöglichkeit nach Bolivien zu organisieren. Über Cuxhaven gelangen sie am 17. Juni 1939 nach Bolivien.
Sie versuchen sich dort ein neues Leben aufzubauen.
Jakob Bensinger stirbt in La Paz am 7. März 1957.
JAKOB MIT ANDEREN KRIEGSVETERANEN IM HOF DER SYNAGOGE (FÜR INFOS AUF PERSON TIPPEN)
Autoren: „Geschichte aktiv“ Hilda-Gymnasium
Martin Louis Schneider wird am 26. Mai 1886 in Mannheim geboren.
Er lebt mit seiner Frau Marie Elisabeth und den Kindern Albert Julius, Johanna Erna, Grete Bertha und Max Rudolf Schneider in der Lameystraße 21. Martin ist Bankdirektor der Deutschen Bank.
Mit dem Machtausbau der Nationalsozialisten gerät auch die Familie Schneider zunehmend unter Druck. Nach den dramatischen Ereignissen am 9. und 10. November 1938 ist der Familie klar, dass sie Deutschland so schnell wie möglich verlassen muss. Im April 1939 gelingt ihnen die Flucht nach Brasilien.
Sie versuchen sich dort ein neues Leben aufzubauen.
Seine Frau Marie Elisabeth stirbt am 22. Mai 1942. Er selbst lebt in Brasilien bis zu seinem Tod am 31. März 1958.
Die Nachfahren der Familie Schneider leben bis heute in Brasilien.
Autoren: „Geschichte aktiv“ Hilda-Gymnasium
Marie Elisabeth Schneider (geb. Hunger) wird am 10. November 1889 in Lastau (Sachsen) geboren.
Sie lebt mit ihrem Ehemann Martin und den Kindern Albert Julius, Johanna Erna, Grete Bertha und Max Rudolf Schneider in der Lameystraße 21. Martin ist Bankdirektor der Deutschen Bank.
Mit dem Machtausbau der Nationalsozialisten gerät auch die Familie Schneider zunehmend unter Druck. Nach den dramatischen Ereignissen am 9. und 10. November 1938 ist der Familie klar, dass sie Deutschland so schnell wie möglich verlassen muss. Im April 1939 gelingt ihnen die Flucht nach Brasilien.
Sie versuchen sich dort ein neues Leben aufzubauen.
Marie Elisabeth stirbt bereits am 22. Mai 1942. Ihr Mann lebt in Brasilien bis zu seinem Tod am 31. März 1958.
Die Nachfahren der Familie Schneider leben bis heute in Brasilien.
Autoren: „Geschichte aktiv“ Hilda-Gymnasium
Max Rödelsheimer wird am 1. November 1884 in Baisingen geboren.
Spätestens ab 1901 arbeitet er in Pforzheim als Fotograf und führt ein Atelier am Schlossberg 11.

Er heiratet 1909 Sara Pappenheimer. Am 2. Juni 1910 wird Tochter Olga geboren. Diese besucht später die Hildaschule.
Auch Max Rödelsheimer ist von den antisemitischen Maßnahmen der Nationalsozialisten betroffen. Im Zuge des „Boykottsamstags“ gegen Geschäfte jüdischer Inhaber am 1. April 1933 ereignet sich vor seinem Atelier am Schlossberg eine Geschichte, die von David Krämer später berichtet wird:
„Bei einem jüdischen Photographen… war auch ein junger SA-Mann als Posten abgestellt. Dieser Photograph war […] nicht gewillt, die Dinge tatenlos hinzunehmen. Angetan mit seinen Kriegsorden setzte er sich in das Schaufenster und lockte eine große Menschenmenge an. Im Schutz der Menge fanden nun einige den Mut zu sagen: ‚Da steht so ein Rotzjunge von SA-Mann, der allenfalls die Windeln naßmachen konnte, als dieser Mann im Felde war und sich seine Orden verdiente’… Die Situation verschärfte sich, als hinzukommende SA-Leute drohten, alles kurz und klein zu schlagen, wenn dieser Mann nicht seinen selbstgewählten Sitzplatz verließe. Der bedrohte Photograph verließ zwar den Platz hinter dem Schaufenster, gab sich aber noch nicht geschlagen. Nach einer Weile kehrte er zurück und befestigte an der Innenseite des Fensters eine bunte Postkarte, auf der Kinder verschiedener Menschenrassen abgebildet waren, Reigen tanzend. Darunter stand: ‚Wir sind alle Kinder eines Gottes’. Die Kleinheit der Karte verursachte ein Gedränge zum Fenster; jeder wollte das Bild genau betrachten.Bild und Text wurden von allen spontan verstanden. Der Photograph hatte mit seinem anschaulichen Appell an die Brüderlichkeit einen kleinen Sieg errungen.“

1939/1940 muss Max Rödelsheimer in das ghettoisierte Haus in der Erbprinzenstraße 20 umziehen.
Am 22. Oktober 1940 wird er in das Lager Gurs verschleppt, 1942 wird er weiter in das KZ Auschwitz deportiert.
Max Rödelsheimer überlebt die Verfolgung nicht.
Tochter Olga war bereits 1933 nach Großbritannien geflohen. Sie lebt dort bis ins hohe Alter.
Autoren: „Geschichte aktiv“ Hilda-Gymnasium
Rosa wird am 4. Juni 1881 in Pforzheim geboren.
Sie hat sechs Geschwister, darunter Leopold, Cäcilie und Hannchen.
Rosa lebt zuletzt in der Sophienstraße 14.
Am 22. Oktober 1940 wird sie in das Lager Gurs verschleppt. Am 14. August 1942 wird sie weiter in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Rosa überlebt die Verfolgung nicht.

Von links: Rosa Fleischer, Abram, Hannchen und Ellen Saxonoff
Autor: „Geschichte aktiv“ Hilda-Gymnasium
Abram Artur Saxonoff wird am 11. Mai 1882 in Yekatarinoslav in der Ukraine geboren.
Wann genau er nach Deutschland kommt, ist nicht bekannt. Es ist lediglich überliefert, dass er durch seine Einwanderung nach Deutschland der Verfolgung entkommen kann. Abram ist gelernter Zigarettenmacher.
Er heiratet 1914 in Stuttgart Hannchen Fleischer. Am 17. August 1918 wird Tochter Ellen Esther in Weinheim geboren. Noch im selben Jahr zieht die Familie nach Pforzheim. Sie leben dort in der Östlichen-Karl-Friedrich-Straße 51.
Abram Artur und Hannchen führen ein Tabakwarengeschäft in der Westlichen-Karl-Friedrich-Straße 96.
Tochter Ellen besucht im Schuljahr 1933/34 die Hildaschule. Sie verlässt diese bereits 1934 wieder und beginnt im Mai 1934 eine Lehre bei der Firma William Posner. Diese darf sie nicht beenden.
Mit dem Machtausbau der Nationalsozialisten werden in den folgenden Jahren die jüdischen Bürgerinnen und Bürger durch zahlreiche Gesetze zunehmend in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt. Vorläufiger Höhepunkt der Verfolgung der jüdischen Bevölkerung ist der 9. November 1938. In diesem Zuge werden etwa 30 000 Männer in Konzentrationslager verschleppt. Zahlreiche Synagogen, jüdische Geschäfte und Gebäude werden zerstört. Jüdinnen und Juden werden auf offener Straße in brutalem Ausmaß verprügelt.
Auch in Pforzheim sind in der Nacht vom 9. auf den 10. November mehrere Schlägertrupps unterwegs. Jeder Führer dieser Trupps bekommt einen Zettel mit Namen und Adressen von jüdischen Familien. Der Auftrag lautet, unter einem Vorwand in deren Wohnungen einzudringen und die männlichen Juden zu verprügeln.
Am Morgen des 10. November wird die Synagoge an der Zerrennerstraße zerstört. In der Pforzheimer Innenstadt werden mehrere jüdische Geschäfte verwüstet und die Fensterscheiben eingeschlagen. Das betrifft auch das Tabakwarengeschäft der Familie Saxonoff.
Abram wird nun mehrfach zur Ausreise aufgefordert. Er erhält am 22. August 1939 eine letzte Verlängerung zum 1. November 1939. Er flieht mit seiner Ehefrau zunächst nach Italien. Am 6. November 1939 emigriert das Ehepaar als Dritte-Klasse-Passagiere von Genua über Lissabon in die USA. Ellen war bereits 1938 in die USA geflohen.
Der Neuanfang in einem neuen Land ist für die Familie sehr schwer. Sie versuchen, sich in den Vereinigten Staaten ein neues Leben aufzubauen. Ellen lernt ihren späteren Ehemann Morris Schwarzwald kennen. Sie heiraten am 27. Dezember 1947. Sie gründen eine Familie und bekommen Tochter Sharon.
Abram stirbt am 16. Januar 1966, Hannchen am 31. Oktober 1967 in New York City.
Ellen lebt bis zu ihrem Tod am 20. Dezember 2003 in Rockville/Maryland.
Die Nachfahren der Familie Saxonoff leben bis heute in den USA.

Von links: Rosa Fleischer, Abram, Hannchen und Ellen Saxonoff
Autor: „Geschichte aktiv“ Hilda-Gymnasium
Ellen wird am 17. August 1918 in Weinheim geboren.
Sie lebt mit ihren Eltern Hannchen und Abram Artur in der Östlichen-Karl-Friedrich-Straße 51. Die Eltern führen ein Tabakwarengeschäft in der Westlichen-Karl-Friedrich-Straße 96.
Ellen besucht im Schuljahr 1933/34 die Hildaschule. Sie verlässt diese bereits 1934 wieder und beginnt im Mai 1934 eine Lehre bei der Firma William Posner. Diese darf sie nicht beenden.

Mit dem Machtausbau der Nationalsozialisten werden in den folgenden Jahren die jüdischen Bürgerinnen und Bürger durch zahlreiche Gesetze zunehmend in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt. Vorläufiger Höhepunkt der Verfolgung der jüdischen Bevölkerung ist der 9. November 1938. In diesem Zuge werden etwa 30 000 Männer in Konzentrationslager verschleppt. Zahlreiche Synagogen, jüdische Geschäfte und Gebäude werden zerstört. Jüdinnen und Juden werden auf offener Straße in brutalem Ausmaß verprügelt.
Auch in Pforzheim sind in der Nacht vom 9. auf den 10. November mehrere Schlägertrupps unterwegs. Jeder Führer dieser Trupps bekommt einen Zettel mit Namen und Adressen von jüdischen Familien. Der Auftrag lautet, unter einem Vorwand in deren Wohnungen einzudringen und die männlichen Juden zu verprügeln.
Am Morgen des 10. November wird die Synagoge an der Zerrennerstraße zerstört. In der Pforzheimer Innenstadt werden mehrere jüdische Geschäfte verwüstet und die Fensterscheiben eingeschlagen. Das betrifft auch das Tabakwarengeschäft der Familie Saxonoff.
Ihr Vater Abram wird nun mehrfach zur Ausreise aufgefordert. Er erhält am 22. August 1939 eine letzte Verlängerung zum 1. November 1939. Beide fliehen zunächst nach Italien. Am 6. November 1939 emigriert das Ehepaar als Dritte-Klasse-Passagiere von Genua über Lissabon in die USA. Ellen war bereits 1938 in die USA geflohen.
Der Neuanfang in einem neuen Land ist für die Familie sehr schwer. Sie versuchen, sich in den Vereinigten Staaten ein neues Leben aufzubauen. Ellen lernt ihren späteren Ehemann Morris Schwarzwald kennen. Sie heiraten am 27. Dezember 1947. Sie gründen eine Familie und bekommen Tochter Sharon.
Ihr Vater Abram stirbt am 16. Januar 1966, Mutter Hannchen am 31. Oktober 1967 in New York City.
Ellen lebt bis zu ihrem Tod am 20. Dezember 2003 in Rockville/Maryland.
Die Nachfahren der Familie Saxonoff leben bis heute in den USA.

Von links: Rosa Fleischer, Abram, Hannchen und Ellen Saxonoff
Autor: „Geschichte aktiv“ Hilda-Gymnasium
Hannchen Saxonoff (geb. Fleischer) wird am 2. Oktober 1876 in Rastatt geboren.
Hannchen heiratet im Jahr 1914 Abram Artur Saxonoff in Stuttgart. Am 17. August 1918 wird Tochter Ellen Esther in Weinheim geboren. Noch im selben Jahr zieht die Familie nach Pforzheim. Sie leben dort in der Östlichen-Karl-Friedrich-Straße 51.
Hannchen und Abram Artur führen ein Tabakwarengeschäft in der Westlichen-Karl-Friedrich-Straße 96.
Tochter Ellen besucht im Schuljahr 1933/34 die Hildaschule. Sie verlässt diese bereits 1934 wieder und beginnt im Mai 1934 eine Lehre bei der Firma William Posner. Diese darf sie nicht beenden.
Mit dem Machtausbau der Nationalsozialisten werden in den folgenden Jahren die jüdischen Bürgerinnen und Bürger durch zahlreiche Gesetze zunehmend in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt. Vorläufiger Höhepunkt der Verfolgung der jüdischen Bevölkerung ist der 9. November 1938. In diesem Zuge werden etwa 30 000 Männer in Konzentrationslager verschleppt. Zahlreiche Synagogen, jüdische Geschäfte und Gebäude werden zerstört. Jüdinnen und Juden werden auf offener Straße in brutalem Ausmaß verprügelt.
Auch in Pforzheim sind in der Nacht vom 9. auf den 10. November mehrere Schlägertrupps unterwegs. Jeder Führer dieser Trupps bekommt einen Zettel mit Namen und Adressen von jüdischen Familien. Der Auftrag lautet, unter einem Vorwand in deren Wohnungen einzudringen und die männlichen Juden zu verprügeln.
Am Morgen des 10. November wird die Synagoge an der Zerrennerstraße zerstört. In der Pforzheimer Innenstadt werden mehrere jüdische Geschäfte verwüstet und die Fensterscheiben eingeschlagen. Das betrifft auch das Tabakwarengeschäft der Familie Saxonoff.
Hannchens Mann Abram wird nun mehrfach zur Ausreise aufgefordert. Er erhält am 22. August 1939 eine letzte Verlängerung zum 1. November 1939. Beide fliehen zunächst nach Italien. Am 6. November 1939 emigriert das Ehepaar als Dritte-Klasse-Passagiere von Genua über Lissabon in die USA. Tochter Ellen war bereits 1938 in die USA geflohen.
Der Neuanfang in einem neuen Land ist für die Familie sehr schwer. Sie versuchen, sich in den Vereinigten Staaten ein neues Leben aufzubauen. Ellen lernt ihren späteren Ehemann Morris Schwarzwald kennen. Sie heiraten am 27. Dezember 1947. Sie gründen eine Familie und bekommen Tochter Sharon.
Abram stirbt am 16. Januar 1966, Hannchen am 31. Oktober 1967 in New York City.
Ellen lebt bis zu ihrem Tod am 20. Dezember 2003 in Rockville/Maryland.
Die Nachfahren der Familie Saxonoff leben bis heute in den USA.

Von links: Rosa Fleischer, Abram, Hannchen und Ellen Saxonoff
Autor: „Geschichte aktiv“ Hilda-Gymnasium
Doris-Aude Ascher wird 1930 in Pforzheim geboren.
Sie wächst dort mit ihrer drei Jahre älteren Schwester Marianne in einem behütenden Elternhaus auf: der Vater Gymnasiallehrer am Hilda-Gymnasium, die Mutter ebenso Lehrerin.
Ihr Vater, Dr. Fritzmartin Ascher, ist jüdischen Glaubens, seine Schweizer Frau Elsi Christin.
Auch die Kinder werden in Pforzheim christlich getauft. Ihr Vater muss seine Lehrtätigkeit aufgrund der Rassegesetze 1935 niederlegen. Er wird Hilfsarbeiter in der jüdischen Bijouterie- und Kettenfabrik von Alfred Emrich in Mühlacker. Damit verlegt die Familie ihren Lebensmittelpunkt von Pforzheim nach Mühlacker.
1937 wird Aude Schülerin der Volksschule in Mühlacker, 1941 besteht sie die Aufnahmeprüfung in die deutsche Oberschule. Im April tritt sie in die Hitlerjugend ein.
Der Vater folgt 1937 einem Ruf nach Danzig als Lehrer an eine jüdische Privatschule, die Mutter Elsi bleibt mit den beiden Kindern bis 1939 alleine in Mühlacker.
In den Erinnerungen an ihre (Not-)Konfirmation an Weihnachten 1944 hält sie fest:
„Auf dem Weg zur Kirche mit der Mutter und Schwester Marianne begegnen die drei dem Vater Fritzmartin. Seit seiner Rückkehr aus Danzig ist er Milchkutscher. Milchkutscher mit einem klepprigen Pferd und er ebenso klepprig, d.h. total elend und abgemagert, mit einer Windjacke bekleidet aus früheren, guten Kinderzeiten….“
Nach dem Krieg studiert Aude Medizin und heiratet 1954 Bernhard Einstein – den Enkel des Physikers Albert Einstein. Sie leben zunächst in den USA, haben fünf gemeinsame Kinder und trennen sich nach der Geburt des fünften Kindes. Aude kehrt in die Schweiz zurück und arbeitet als Ärztin.
Sie hat in ihren letzten Lebensjahren mehrmals Pforzheim und Mühlacker besucht und ihre Erinnerungen aufgefrischt. Sie bemüht sich, das umfangreiche Werk ihres Vaters als Zeitzeugen der NS-Zeit zu bewahren. Darüber hinaus engagiert sie sich in Schulen und bei Vorträgen – selbst Zeitzeugin der nationalsozialistischen Judenverfolgung – um Aufklärung.
Aude Einstein-Ascher stirbt im Jahr 2020 in Bern.
Autoren: Christiane Bastian-Engelbert und Johannes Bastian
Marianne Ascher wird 1927 in Pforzheim geboren. Sie lebt mit ihren Eltern, Elsi und Fritzmartin Ascher, und Schwester Doris-Aude in der Schwarzwaldstraße 166.
Sie leben in Pforzheim, bis die „Rassegesetze“ Fritzmartin Ascher, einem Juden, seine Lehrtätigkeit verwehren.

Die Familie übersiedelt nach Mühlacker.
Marianne geht von 1933 bis 1935 in Pforzheim in die Volksschule, ab der vierte Klasse ist sie Schülerin in Mühlacker.
1937 folgt der Vater dem Ruf nach Danzig als Lehrer an eine jüdische Privatschule, die Mutter Elsi bleibt bei den Kindern in Mühlacker. Ihre Erlebnisse an den Schulalltag schildert sie in ihren Erinnerungen wie folgt:
„Sobald eine erwachsene Person unser Schulzimmer betrat, musste ich aufstehen und mich als Marianne Ascher, Tochter des jüdischen Fritzmartin Ascher vorstellen. Es gab nicht eine einzige Mitschülerin, wie ich mich erinnern kann, die mir das Leben erschwert hätte. Buben waren zum Teil feindlich oder mieden mich.“
Nach Abschluss ihrer Schulzeit wird Marianne wie ihre Mutter zur Zwangsarbeit eingestellt:
„Verpflichtung, schwere Steine (Bausteine laden und Güterwagen im Schnee von Gleis zu Gleis verschieben. Mitarbeiterinnen nur Russinnen. Franzosen nebenan durften in den Luftschutzkeller, das war uns versagt….Fritzmartin (Vater) machte weiße Bohnensuppe jeden Abend für meinen Thermos. Langarbeit von 6.00 Uhr morgens bis 7.00 Uhr abends. Schwerarbeit und ich war noch unter 16 Jahren!, aber es gab keine Lebensmittelzulage, wie sie eigentlich gesetzlich Deutschen zustand.“
Marianne wird nach dem Krieg Dolmetscherin und lernt ihren Mann aus den USA kennen. Sie gründen dort eine Familie und haben 3 Kinder.
Marianne stirbt 2018 in den USA.
Autoren: Christiane Bastian-Engelbert und Johannes Bastian
Elsi Ascher-Schütz wird am 23. August 1895 in Thun (Schweiz) geboren.
Zwischen 1914 und 1926 arbeitet sie als Lehrerin. 1925 heiratet sie Fritzmartin Ascher und lebt mit ihm ab 1927 in Pforzheim. Ihr Mann ist jüdischen Glaubens und arbeitet als Studienprofessor an der Hildaschule Pforzheim. 1927 wird Tochter Marianne, 1930 Tochter Doris-Aude geboren.

Nachdem ihr Ehemann aufgrund der NS-Gesetze seine Stelle verliert, ziehen sie in das benachbarte Mühlacker. Zwischen 1936 und 1939 ist sie dort weitgehend mit den Kindern alleine, ihr Mann Fritzmartin unterrichtet in dieser Zeit in Danzig an einer jüdischen Schule, geführt von Ruth Rosenbaum.
Ruth Rosenbaum pflegt freundschaftlichen Briefkontakt zu Elsi Ascher-Schütz. Ihre Familie (2 Kinder) wandert nach Israel aus. Die beiden Familien begegnen sich nach dem Krieg jährlich in der Schweiz zum gemeinsamen Bergwandern.
Nach dem Krieg ist Fritzmartin Ascher zwischen 1945 und 1947 Bürgermeister in Mühlacker.
Elsi wird im Januar 1946 als erste Frau in den neuen – demokratisch gewählten – Gemeinderat der Stadt Mühlacker gewählt. Sie kandidiert für die „Parteilose Stadtgruppe“, der sie bis zum Ende der Wahlperiode im Dezember 1947 angehört.
1946 bis 1948 ist Elsi als Aushilfslehrerin an der Oberschule für Jungen in Mühlacker tätig, wo sie Französisch unterrichtet.
Elsi Ascher-Schütz folgt 1948 ihrem Mann, der in Crailsheim das Albert Schweizer-Gymnasium leitet.
Sie stirbt 1976 in Crailsheim.

Autoren: Christiane Bastian-Engelbert und Johannes Bastian